Von Zeit Zu Zeit

VZ144 Der Wandel der Ämter – Wenn Bürger zu Kunden werden

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Sinopsis

Die Semantische Verschiebung: Von Bürger:innen und Kund:innen In dieser Folge befassen sich Gordian und Jan mit einem zunächst unscheinbaren, aber grundlegenden Problem: Der Sprachgebrauch ändert sich. Behörden sprechen nicht mehr von „Bürgern", sondern oft von „Kunden". Das klingt modern, kundenorientiert und servicefreundlich – ist aber konzeptionell eine bedeutende, vielleicht sogar gefährliche Verschiebung. Eine Bürger:in hat keine Wahlfreiheit. Man kann sich seine Verwaltung nicht aussuchen. Eine Kund:in hingegen wählt ihre Anbieter. Die Umbenennung suggeriert also etwas, das nicht so ist: dass die Bürger:in Wahlmöglichkeiten hat. Gleichzeitig entspricht das der Neoliberalisierung öffentlicher Verwaltung – der Gedanke, dass jeder Service „kundenfreundlich" sein muss, führt zu einer schleichenden Privatisierung von Verwaltungslogik. Gebündelte und proaktive Verwaltung: Das Ideal Echte Kundenfreundlichkeit müsste mehr liefern. Zum Beispiel proaktive Verwaltung: Der Staat weiß, dass eine Bürger:in nach